Stalingrad

Wenn ich aus dem Kapitel „Stalingrad“ lese, passiert es immer wieder, dass Zuhörer oder Zuhörerinnen weinen.
Heute vor 75 war die Schlacht um Stalingrad zu Ende. Die Körberstiftung hat zu dem Anlass ein Interview mit mir geführt. Hier der Text:

 

Sie sind 2012 im Umfeld des 70. Jahrestags der Schlacht von Stalingrad nach Wolgograd gereist. Ihre Begegnungen und Erlebnisse stehen im Mittelpunkt des Kapitels zu Stalingrad in Ihrem Buch „Russian Angst“.
Was ist Ihnen von Ihrem Besuch 2012 in Wolgograd bis heute am eindrücklichsten im Gedächtnis geblieben?

In Wolgograd haben sich meine Dankbarkeit und mein Respekt vor den Menschen, die dafür gesorgt haben, dass das Dritte Reich den Zweiten Weltkrieg nicht gewonnen hat, noch einmal um ein Vielfaches verstärkt. Wir haben es auch den Menschen in der Sowjetunion zu verdanken, dass wir in freien, demokratischen Gesellschaften leben können. Etwas, das ihnen selbst leider verwehrt geblieben ist.

Ich war in all den Jahren in Russland, Weißrussland und der Ukraine an keinem anderen Ort, an dem das Leid, das der Krieg über die Menschen der Sowjetunion gebracht hat, so spürbar ist. Noch immer sind nicht alle Opfer der Schlacht von Stalingrad geborgen. Sie liegen unter der Erde auf weiten Feldern. Dort liegen auch ihre Stiefel, Patronen, Konserven, Autositze usw. Man geht quasi über die Leichen, muss nur ein wenig buddeln, dann kann man auf Knochen stoßen. Es ist grausig, besonders, weil das Sterben so sinnlos war. In Wolgograd wird der Irrsinn von Krieg und Einmarsch in andere Länder überdeutlich. Welch ein Wahnsinn, Deutsche Soldaten an die Wolga zu treiben. Was zur Hölle wollte die Wehrmacht dort? Deutsche Soldaten hatten dort nichts zu suchen. Weiterlesen

Anflug

„Willkommen in der Heldenstadt Moskau“, sagt der Stewart nach der Landung
Der Ukrainer neben mir lächelt
„Aeroflot unterstützt die russische Filmindustrie“
Der Ukrainer neben mir horcht auf
„Russland ist 1000 Jahre alt“
Der Ukrainer wird blass

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Macht

macht es gemütlich
dann zerstückelt ein paar von ihnen

sorgt dafür, dass alle hinsehen
sorgt dafür, dass sie wegsehen können
und dann wird es wieder gemütlich

so geht macht

toter ausstellung winsawod wasserzeichen

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Hörbar Lesung 8.8. – Montag

Analsex mit Walter Ulbricht?
Pornos in Moskau – warum fördert das Goetheinstitut nicht die wahren Lehrfilme für Deutsche Sprache?
text haurdicNebenan erschießen sie Menschen, und ich trage dieses bescheuerte blaue Hemd aus Plastik, mit dem ich im Internet zu sehen bin. Jedes Mal, wenn ich mich selbst google, ärgere ich mich.

Hörbar. In der Mo-Bar
Montag, 8.8. – Achtung – 8 Uhr
Fehrbelliner Straße 6
Berlin

Getränke gibt es an der Bar ab 19.30

In der Zeit

In der Zeit, in der LKWs in Menschenmengen fahren
In der Zeit, in der Morde an Fremden jahrelang nicht aufgeklärt werden
In der Zeit, in der jeder jeden beschimpfen darf
In der Zeit, in der Menschen irgendetwas behaupten
In der Zeit, in der das wahr wird, und die Wahrheit nicht mehr in der Mitte ist, wo sie sowieso nie war
In der Zeit, in der allen alles zu viel ist
In der Zeit, in der Clowns die Leute aufhetzen
In der Zeit, in der scheinbar einfach so Kriege ausbrechen
In der Zeit, in der die Menschen ihre Unmündigkeit wiederentdecken
In der Zeit, in der die höheren Töchter sich Tattoos stechen lassen, als Beweis ihrer wilden Jugend

Die Freiheit ist vielen lästig
Es ist Zeit

die bäume brennen

der nachrichtensprecher weint
am nächsten morgen
brennen im ganzen land die bäume
jeder einzeln

die bäume brennen
jetzt ist klar, der nächste krieg wird die erinnerung und die lehren aus dem letzten marginalisieren. es geht von vorn los.

der nachrichtensprecher weint

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Geschichte wird gemacht

Den Missbrauch des Kriegsendes und meine Meinung dazu kann man hören.

Einmal als Gespräch im Deutschlandradio:
http://www.deutschlandradio.de/audio-archiv.260.de.html?drau:broadcast_id=&drau:from=&drau:searchterm=franke&drau:submit=1&drau:to=&drau:page=1&drau:audio_id=453960&drau:play=1

Und als Kommentar beim SWR:
http://www.swr.de/swr2/programm/russlands-militaerischer-feiertag-tag-des-sieges-moskau-zelebriert-die-isolation/-/id=661104/did=17402352/nid=661104/1k8gzub/index.html

Den Kommentar kann man auch lesen:

Vor 71 Jahren war der Zweite Weltkrieg zu Ende. Sich darüber zu freuen und diejenigen zu ehren, die das erkämpft und oft ihr Leben dafür gegeben haben, ist für denkende Menschen wohl selbstverständlich.
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